Blog Modi Systeme Funktionen Ablauf Preis
Turnier-Ratgeber

Schoch-System einfach erklärt: So funktioniert die faire Auslosung

Weder reiner Zufall noch stures K.O. – das Schoch-System sorgt dafür, dass ähnlich starke Teilnehmer aufeinandertreffen. Was dahintersteckt und warum es sich für Clubturniere lohnt.

· 5 Min. Lesezeit · Für Vereine & Freizeitgruppen

Von den drei Turniersystemen ist das Schoch-System das am wenigsten bekannte – und gleichzeitig oft das am besten geeignete für ein Clubturnier mit Wettkampfcharakter. Wer den Namen zum ersten Mal hört, fragt sich meist zu Recht: Was ist das eigentlich, und wie unterscheidet es sich vom Rest?

Die Grundidee in einem Satz

Im Schoch-System spielen in jeder Runde Teilnehmer mit ähnlicher Bilanz gegeneinander – wer bisher gleich viele Siege hat, trifft aufeinander. Statt eines starren Spielplans wird die Paarung jede Runde neu anhand der bisherigen Resultate gebildet.

Das Ziel dahinter: Niemand spielt eine Runde lang chancenlos gegen einen deutlich stärkeren Gegner, und niemand gewinnt kampflos gegen einen deutlich schwächeren. Die Paarungen bleiben über das ganze Turnier spannend, weil sich am Spielniveau der Gegner immer die eigene Form spiegelt.

So läuft eine Runde ab

  1. Runde 1: Die Paarungen werden zufällig oder nach einer Startrangliste gebildet – hier gibt es noch keine Resultate, an denen man sich orientieren könnte.
  2. Nach jeder Runde: Alle Teilnehmer werden nach ihrer aktuellen Bilanz sortiert – wer gleich viele Siege hat, steht in der Tabelle nebeneinander.
  3. Neue Paarung: Wer in dieser Zwischenrangliste möglichst nah beieinander liegt, spielt in der nächsten Runde gegeneinander – ohne dass sich zwei Teilnehmer zweimal begegnen.
  4. Wiederholung: Das Prinzip setzt sich über alle Runden fort. Wer gewinnt, rutscht zu den anderen Gewinnern; wer verliert, spielt gegen andere mit ähnlicher Bilanz.

Nach wenigen Runden hat sich das Feld von selbst sortiert: Die stärkeren Teilnehmer spielen unter sich um die vorderen Plätze, während im Mittelfeld ebenfalls ausgeglichene Partien stattfinden. Niemand fällt durch einen einzigen schwachen Gegner künstlich nach oben.

Was es mit der Schoch-Zahl auf sich hat

Die Anzahl Siege allein reicht als Kriterium nicht immer aus – irgendwann haben mehrere Teilnehmer dieselbe Bilanz, und dann braucht es ein zweites Kriterium, um trotzdem passende Paarungen zu bilden. Dafür gibt es die Schoch-Zahl: Sie addiert die Siegzahlen aller bisherigen Gegner eines Teilnehmers.

Der Gedanke dahinter: Wer gegen starke Gegner gewonnen hat, hat sich das eher verdient als jemand mit derselben Anzahl Siege gegen schwächere Gegner. Bei Punktegleichstand entscheidet also nicht der Zufall, sondern die Qualität der bisherigen Gegner – ein deutlich faireres Kriterium als etwa ein simples Los.

Keine Sorge ums Rechnen Die Schoch-Zahl von Hand zu führen, ist mühsam und fehleranfällig – gerade wenn mehrere Teilnehmer dieselbe Bilanz haben. Der Club Turnier Manager berechnet sie automatisch nach jeder Runde und schlägt die passenden Paarungen direkt vor.

Schoch-System vs. Runden-System vs. K.O.

SystemWie gepaart wirdIdeal für
Runden-SystemMöglichst abwechslungsreich, unabhängig von BilanzPlauschturniere, bei denen Spass vor Wettkampf steht
Schoch-SystemNach Bilanz & Schoch-Zahl, ähnlich Starke gegeneinanderWettkampf mit fairen, ausgeglichenen Partien
K.O.-SystemFester Baum, wer verliert scheidet ausTurniere mit klarem Final-Moment

Der grosse Unterschied zum K.O.-System: Eine einzelne Niederlage bedeutet nicht das Ende des Turniers. Wer einmal verliert, spielt in der nächsten Runde einfach gegen jemanden mit ähnlicher Bilanz weiter – das Turnier bleibt für alle bis zum Schluss relevant. Mehr zu den drei Systemen und wann sich welches eignet, findet ihr im Beitrag Welcher Turniermodus passt zu eurem Anlass?

Wie viele Runden braucht es?

Damit sich das Feld sauber sortiert, braucht das Schoch-System eine gewisse Anzahl Runden – zu wenige, und die Bilanzen sind noch zu ungenau, um aussagekräftige Paarungen zu bilden. Als grobe Richtschnur:

TeilnehmerzahlEmpfohlene Rundenzahl
bis 84–5 Runden
9–165–6 Runden
17–326–7 Runden

Mehr Runden bedeuten eine genauere Endrangliste, kosten aber Zeit. Bei einem Clubabend mit begrenztem Zeitfenster ist es meist sinnvoller, die Rundenzahl vorab festzulegen und die Spielzeit pro Runde entsprechend zu planen, als mittendrin nachzujustieren.

Für wen sich das Schoch-System eignet

Nicht jedes Turnier braucht dieses Mass an Fairness-Aufwand. Das Schoch-System lohnt sich besonders, wenn:

Für einen reinen Plauschabend, bei dem Abwechslung wichtiger ist als Fairness in der Auslosung, ist dagegen das Runden-System meist die bessere Wahl – dazu mehr in unserem Beitrag zur Modus-Wahl.

Schoch-System ohne Kopfrechnen

Der Club Turnier Manager berechnet Bilanz und Schoch-Zahl nach jeder Runde automatisch und schlägt die passenden Paarungen direkt vor – ihr müsst nur noch bestätigen. Offline im Browser, ohne Installation.

Kostenlos testen

Fazit

Das Schoch-System ist der goldene Mittelweg zwischen dem lockeren Runden-System und dem kompromisslosen K.O.: Es sorgt für ausgeglichene Partien, ohne dass eine einzelne Niederlage gleich das ganze Turnier beendet. Für Clubmeisterschaften und Turniere mit echtem Wettkampfcharakter ist es damit oft die fairste Wahl – solange genug Zeit für mehrere Runden eingeplant wird.